Tipps für den Pflanzenfreund

Wie gieße ich meine Pflanze?

Zu den wichtigen Faktoren, die den Wasserhaushalt einer Pflanze bestimmen, gehören zum einen ihr Standort und damit einhergehend die Verdunstung über die Blätter, zum anderen die Topfgröße, die Art der Erde, deren Wasserhaltefähigkeit, wie auch der Durchwurzelungsgrad im Topf.

Tropische Pflanzen mit viel Blattfläche, die es gewohnt sind, dass es täglich regnet, regulieren ihren Wasserhaushalt natürlich schneller als Pflanzen aus anderen Klimazonen. So kann man anhand des Habitus' und des Heimatstandorts die Bedürfnisse der Pflanze abgelesen.

Regel 1: Wann muss ich gießen? Gießen Sie erst, wenn Ihre Pflanze relativ trocken ist. Zu trocken wäre die Pflanze, wenn die Erde im Topf schon "staubig" ist. Dann bekommt man aufgrund der Oberflächenspannung die Erde im Topf nur schwer wieder nass. (Dabei hilft übrigens ein wenig Spülmittel im Wasser.) Wie trocken eine Pflanze ist, erkennen Sie am Gewicht, dem Eintrocknen und Ablösen der Erde vom Topfrand und letztendlich natürlich auch am Welkegrad der Blätter. (Welkt eine Pflanze, fehlt ihr im Wurzelbereich Wasser, während in den Blättern die Verdunstung weitergeht.) Steckt man einen rauen Holzstab in den Topf, lässt sich die Feuchtigkeit in tieferen Schichten an der Anhaftung der Erde ablesen. Für den oberen Bereich nutzen Sie Ihren "Grünen Daumen".

Regel 2: Wie oft muss ich gießen? Über das Jahr werden Sie feststellen, dass das Wasserbedürfnis Ihrer Pflanze nicht immer gleich ist und in den Wachstumsperioden im Frühjahr und im Sommer schneller wieder nachgegossen werden muss. Wenn Sie den Ratschlägen aus Regel 1 folgen, wird sich beim Gießen ein Rhythmus der Häufigkeit einstellen, an dem Sie sehen können, dass es Ihrer Pflanze gut geht. Zu häufiges Gießen verdrängt die für das Bodenleben wichtige Luft im Boden. Das Bodenleben ist wiederum entscheidend für die Aufbereitung der Nährstoffe aus der Erde und die Gesundheit der Wurzeln. 

Regel 3: Wie gieße ich? Hier kann ich auch nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Ich habe schon viele Hausrezepte und einiges Wissenswertes von unseren Kunden dazu erhalten. Wichtig ist: Staunässe vermeiden. Gießen Sie auf der Oberfläche des gesamten Erdbereichs und nicht nur an einer Stelle. Es bilden sich sonst trockene Erdbereiche im Topf.

Regel 4: Gießen Sie oben in den Topf. Gießen in den Unterteller ist nur ergänzend. Wenn das Gießen von oben zum Beispiel durch einen dichten Wurzelballen oder dichtes Blattwerk erschwert ist, so dass in den Unterteller über das Ansaugverfahren gegossen wird, dann sollten Sie darauf achten, dass nach dem Aufsaugen des Wassers (so nach 1 Stunde) keine Wasserreste im Unterteller oder Übertopf mehr stehen. (Außer es handelt sich um eine Sumpfpflanze, wie zum Beispiel der Papyrus.) Wenn von oben gegossen wird, werden auch die durch Kapillarkräfte nach oben wandernden Salze wieder in den Wurzelbereich gegossen. Beim Alpenveilchen kommen die Gießschäden nicht durch das Gießen von oben, sondern durch öftere Benetzung und damit Fäulnisbildung (Grauschimmel Botrytis cinerea) der dichtstehenden Blüten- und Blatttriebe – also nur die Erde gießen. Der Weihnachtsstern ist auch ein Kandidat, der Staunässe überhaupt nicht mag. Er ist übrigens auch sehr wärmeliebend und zugempfindlich. Von einem Kauf im Spätherbst, der ihm ein Schicksal in kühler Auslage oder gar auf der Straße in Aussicht stellt, ist deshalb abzuraten. (Außer Sie kaufen ihn aus Mitleid.)

Regel 5: Der Gießrand erleichtert das Gießen. Mit dem Gießrand ist der Abstand zwischen oberem Topfrand und der Erde gemeint. Ob kleine oder große Pflanze – mit einem vernünftigen Gießrand lässt es sich viel einfacher gießen. Das Wasser sammelt sich auf der Erdoberfläche und hat dann Zeit, überall gleichmäßig einzudringen. Das geht schneller, als wenn Sie nur wenig Wasser gießen können, da es über den Rand hinunterläuft und Sie deshalb öfters Nachgießen und dann warten müssen, bis das Wasser eingezogen ist. Zudem bekommt man ein besseres Gefühl für die gegebene Wassermenge. Der Lorbeer hat einen im Vergleich zu seiner Blattmenge und seiner Größe eher kleinen Topf und kaum Gießrand. Er ist gut durchwurzelt. Beim Gießen läuft das Wasser dann gern mit etwas Erde über den Topfrand, da es nur langsam einzieht. Beim Gießen benötigt es also etwas mehr Geduld. Außerdem gibt es Ränder auf dem Topf und Boden.

Regel 6: Einmal richtig gießen als häufig und wenig. Über diese Regel lässt sich trefflich streiten. Was ich beim Austopfen schon häufig beobachtet habe, ist, dass die Erdoberfläche nass ist und darunter ganze Bereiche staubtrocken. Deshalb beim Gießen nur so viel Wasser verwenden, dass von Anfang an keine trockenen Zonen entstehen. Das Gegenteil, nämlich dass der Ballen sehr feucht ist und die Oberfläche trocken (dies merken Sie übrigens am Gewicht und der Stäbchenmethode), geschieht oft an sehr durchlüfteten und lufttrockenen Standorten bei Pflanzen wie zum Beipiel Kakteen und Sukkulenten, die durch ihre Blatteigenschaften (siehe auch Kutikula) wenig verdunsten. Hier gieße ich mit wenig Wasser die Erdoberfläche ab, um "Staubtrockenheit" zu vermeiden.

Über das Wasser. Unser Bodenseewasser hier in Mühlacker, das die Stadtwerke Mühlacker bereitstellen, ist meiner Erfahrung nach hervorragend und für alle Pflanzen geeignet. Bei höherer Wasserhärte leidet das Bodenleben, der pH-Wert (Säure-Basen-Wert im Boden ursächlich Gewicht der freien Wasserstoffionen) steigt. Dies mögen Pflanzen aus dem Heide- und Moorbereich, wie die Azalee, nicht. Sie können dann Regenwasser dem Hahnenwasser hinzufügen. Gießen Sie die Zimmerpflanzen nicht mit eiskaltem Wasser. Das gefällt zum Beispiel dem Weihnachstsstern überhaupt nicht.

 

 

 

Gießfehler, Auswirkungen und Anforderungen bestimmter Pflanzen

Die Pflanze steht im Wasser! Wenn im Übertopf und im Unterteller Wasser stehen bleibt, ist dies meiner Erfahrung nach der häufigste Grund dafür, dass die Pflanze stirbt. Die Pflanze nimmt das Wasser und die Nährstoffe hauptsächlich im vorderen Bereich ihrer Wurzel mit den feinen Wurzelhärchen auf. Sind diese Wurzelbereiche sehr feucht und somit luftarm oder gar unter Wasser, fault es und die Wurzeln sterben ab. Dies ist auch an der Braun- bis Schwarzfärbung der Wurzeln, wenn man den Topf entfernt, zu sehen. Der Wurzelballen fällt dann im weiteren Verlauf auch auseinander. Die Pflanze welkt, da Sie den inneren Wasserdruck (Turgordruck) nicht mehr aufrechterhalten kann. Oben in den Blättern wird verdunstet und unten sind die Wurzeln abgestorben – es sieht aus, als hätte die Pflanze zu wenig Wasser. Wird daraufhin noch nachgegossen, weil die Pflanze ja welkt, ist dies genau das Falsche. Durch Luft und Abtrocknen des Wurzelballens besteht dann je nach Pflanze und dem Grad der Krankheit die Möglichkeit, dass sich die Wurzeln erholen, neue Wurzeln bilden und die Fäulnis im Wurzelbereich stoppt. Dazu kann man zum Abtrocknen des Wurzelballens den Topf entfernen und vor allem auch die Blätter schattieren.  

Der Wurzelballen war eingetrocknet. Die Pflanze wurde zu lange gar nicht mehr gegossen. Dann sind ebenso wie beim "Zu-viel-gießen" die Wurzeln und Wurzelhärchen abgestorben – in diesem Fall, eingetrocknet. Wenn danach sehr viel gegossen wird, tut sich die Pflanze schwer das Wasser durch ihre geschädigten Wurzeln aufzunehmen und die Wurzeln sterben durch das nasse Milieu weiter ab. Also 1 mal gut gießen und dann warten, ob sich die Pflanze erholt. Nicht Nachgießen solange die Erde noch feucht ist. Auch hierbei Verdunstungsgrad der Blätter durch Schattieren oder Standortwechsel herabsetzen.

Die guten alten Schneider-Gießkannen. Im Laufe der Jahrzehnte nur verbeult ansonsten "unkaputtbar". Ja wo gibt´s denn sowas!

Pflegeanleitung für Hydrokultur-Pflanzen

So funktioniert Hydrokultur

Statt in der Erde wurzeln die Pflanzen in Blähton. Dieses strukturstabile, mineralische Naturprodukt bietet den Pflanzen optimalen Halt, speichert Wasser und führt ihnen gelöste Nährstoffe zu. Dadurch ergibt sich ein ideales Gleichgewicht aus Luft, Wasser und Nährstoff. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass im Wurzelbereich weder Pilzkrankheiten noch Schädlinge auftreten.

Gefässe, Anzuchttöpfe und Wasserstandsanzeiger sind aufeinander abgestimmt. Sie ergeben ein einfach funktionierendes System, das sich in der Praxis seit vielen Jahren bewährt hat und sich wachsender Beliebtheit erfreut.

In Hydrokultur können auch größere Pflanzen in relativ kleinen Gefäßen gehalten werden.

Gießen der Hydrokulturpflanzen

Handwarmes Wasser über den Blähton gießen, bis der rote Stab des Anzeigers die Optimum-Markierung anzeigt (ca. Mitte der Skala).
Gießen Sie erst nach, wenn die Minimum-Markierung erreicht ist, nicht früher! Es hat sich in der Praxis bewährt, danach noch etwas mit dem Nachfüllen zu warten, damit so wenig wie möglich altes Wasser stehen bleibt.
Bei längerer Abwesenheit bis zur Maximum-Anzeige füllen. Bei Pflanzen mit sehr hohem Wasserverbrauch durch helle, warme Standorte und bei viel Blattfläche kann auch bis zum Maximum gefüllt werden. Sie merken dies, wenn das Wasser sehr schnell verbraucht wird.

Nährlösung (Dünger) Grunddüngung

An Dauerdünger für 4 Monate ist schon beim Bepflanzen gedacht worden. Im Düngerohr ist ein Säckchen, in dem der Dauerdünger (Lewatith) immer wieder erneuert werden kann. Achtung: Nicht am Wasserstandsanzeiger nachdüngen! Das Düngerohr ist separat. Wenn Ihr Hydrogefäß kein Düngerohr besitzt, streuen Sie den Dünger einfach oben auf den Blähton und bewegen Sie das Gefäß. Da der Dünger sehr fein ist, fällt er auf den Grund des Gefäßes. Hilfreich ist, wenn der Blähton trocken ist. Sie können den Dünger auch beim Nachfüllen des Wassers noch eingießen.

Flüssig nachdüngen

Flüssigdünger wird einmal monatlich dem Giesswasser beigegeben. Dosierung auf der Packung beachten.

Auswechseln der Nährlösung

Wird nach den aufgeführten Regeln gegossen, muss das Wasser mit der Nährlösung nur zweimal jährlich ausgewechselt werden. Dabei ist wichtig, dass das Gefäß vorher bis zur Maximum-Markierung mit reinem Wasser aufgefüllt wird. Nur so können alle Schmutz- und Düngesalzrückstände erfolgreich abgesaugt werden.

Ein defekter Wasserstandsanzeiger

Es ist möglich, dass sich der rote Stab beim Nachfüllen des Wassers ohne sichtbaren Grund nicht mehr von alleine bewegt. Dafür kann es folgende Ursachen geben:

Blähton-Kügelchen sind von oben in die Öffnung des Anzeigers gefallen.
Kalkrückstande an der Innenseite des Anzeigers und an der Schwimmerkugel blockieren diese. Meistens hilft hier schon ein leichter, seitlicher Fingertip auf die Skala und die Blockade löst sich von alleine.

Maßnahmen

Den Deckel mit der aufgesetzten Skala abheben und alle Fremdkörper entfernen. Am besten eignen sich als Hilfsmittel eine Pinzette oder ein langstieliger Löffel.

Reinigung der Pflanzen

Starker Staubbefall verstopft die Poren der Pflanzen. Zudem machen staubige Pflanzen einen kranken und ungepflegten Eindruck.
Damit die Pflanzen immer frisch aussehen, sollten sie alle 3 – 6 Monate mit einem feuchten Tuch abgerieben werden.
Vorsicht vor Blattglanzsprays! Diese können zu Blattverbrennungen führen und sollten deshalb zurückhaltend eingesetzt werden. Auf keinen Fall ersetzen sie das Abreiben der Blätter.

Die benötigten Artikel erhalten Sie im Blumenhaus!

Download Pflegeanleitung für Hydrokultur-Pflanzen

Pflegeanleitung Hydro Rudolf Blumenhaus Gartenbau Muehlacker.pdf (218,0 KiB)

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